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50 Jahre Wiesbadener Filmkreis

„Als wir vor 11 Jahren dem BDFA beitraten und uns im Landesverband umschauten, da wart Ihr schon ein Orientierungspunkt für Engagement und Kreativität“, so Professor Dr. Klaus Frank vom Schmalfilmclub Erbach/Michelstadt in seiner Glückwunschadresse. Der  Wiesbadener Filmkreis hatte am 06. Oktober 2013 eingeladen zu einer Matinée anlässlich seines 50. Geburtstages und konnte sich über ein volles Haus freuen. In ihrem kuscheligen Zuhause in den Räumlichkeiten des Filmclubs der Leibnizschule konnte der Vorsitzende Dr. Stephan Vogel nicht nur viele Mitglieder sondern auch viele Abordnungen befreundeter Vereine aus ganz Hessen begrüßen.

Dass der Wiesbadener Filmkreis sein Jubiläum nicht mit einem herkömmlichen Festabend feierte, sondern sich für eine Filmmatinée entschied, hatte seinen besonderen Reiz. War es doch die Gelegenheit, das eigene Filmschaffen vom guten alten Chemiefilm bis hin zum modernen digitalen Film in höchster Auflösung Revue passieren zu lassen. So zeigte sich denn auch die Wiesbadener Stadträtin Rose-Lore Scholz beeindruckt von dem, was gerade als erstes über die Leinwand geflimmert war: Milewski’s Minuten – Bemerkungen über den Touristen. Eine Anlehnung an „Stern’s Stunde“, eine kritische Tiersendung aus den siebziger Jahren. 1972 schuf der Mitbegründer des Wiesbadener Filmkreises dieses Werk. „Seine gekonnte satirische Darstellung des Tourismus in all seinen Facetten hat bis heute nichts an seiner Aktualität verloren“, lobte die Überbringerin der Geburtstagsglückwünsche der Stadt Wiesbaden, „ es zeigt sich immer wieder, Filmamateure schaffen filmische Dokumente von bleibendem Wert“.  Die Stadträtin zeichnete den Verein mit der bronzenen Plakette der Stadt Wiesbaden aus.

Dieter Milewski, das Urgestein des Wiesbadener Filmkreises gab anschließend zum Besten, wie schwer sich die Gründer des Vereins bei der Namengebung taten. „Club war damals modern, hatte aber so etwas Abgeschlossenes, auch Verein war nicht das, wie wir uns verstanden, weil da so viele penible Meier Mitglied sind,“ resümierte er, „ wir kamen dann auf Kreis – wie ein runder Tisch, an den immer noch einer passt.“ Offen zu sein für jeden, der sich intensiver mit dem Hobby rund um das Filmen beschäftigen möchte, das war das erklärte Ziel der Gründerväter.

Rainer Drews, über lange Jahre Vorsitzender und Motor des Filmkreises, schickte Videogrüße aus seiner neuen Heimat in Norddeutschland. Er erinnerte daran, wie es damals mit viel Einfühlungsvermögen möglich wurde, in den Räumlichkeiten des Filmclubs der Leibnizschule eine neue Heimat zu finden, nachdem die Treffen in einem Hinterzimmer eines Wiesbadener Hotels nicht mehr möglich waren.

Christine Wilkerling aus Hanau überbrachte die Glückwünsche des BDFA Landesverbandes Hessen und zeichnete den Jubilar mit der goldenen Ehrenplakette des BDFA aus. In ihren Grußworten erinnerte sie an den sich wandelnden Wert und Begriff der „Freizeit“. „War früher die Mitgliedschaft in einem Verein zur Organisation der Freizeit die Regel, so ist das heute leider eher die Ausnahme,“ bedauerte sie, „wir müssen uns also etwas einfallen lassen, wenn wir mit unserem Freizeitangebot überleben wollen. Der Wiesbadener Filmkreis hat diese Zeichen erkannt, geht neue Wege und richtet nun zum ersten Mal in Hessen einen offenen Filmwettbewerb aus“.

Es war eine gute Idee, diese Filmmatinée – darüber waren sich alle beim Jubiläumssekt einig und verbanden damit den Wunsch auf eine weitere erfolgreiche und vor allem auch kreative Zukunft des Wiesbadener Filmkreises. Und draußen bahnten sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch den wolkenverhangenen Oktoberhimmel – ein gutes Zeichen!

(Klaus Wilkerling)

Bilder der Veranstaltung  

50 Jahre Wiesbadener Filmkreis

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