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Hessen film(t) 2013

Sehen Sie hier die Bilder von der Gala am 26.10.2013 im Comödienhaus Wilhelmsbad

und den Artikel vom Hanauer Boten und dem Hanauer Anzeiger

Loewe-groß

Fotos Horst Antons

und Gilberte Günther

 

Bericht vom Hessen film(t) Filmfestival am 26. Oktober 2013 in Hanau-Wilhelmsbad

von Horst Günther (Babenhausen)

Der BDFA-Landesverband Hessen veranstaltete dieses 3. Filmfestival am 26. Oktober 2013 in den historischen Räumen des Comödienhauses zur Verleihung der Hessischen Löwen für den besten Amateurfilm in Hessen. Ab 18 Uhr öffneten sich die Türen und die Gäste wurden mit klassischem hessischen Apfelsekt empfangen. Zur Unterhaltung spielte die Gruppe YES! unter der Leitung von Marcel Kempf.

Christine Wilkerling begrüßte als BDFA-Landesvorsitzende und Ausrichterin die zahlreichen Gäste – vor allem den hessischen Staatssekretär Ingmar Jung (Ministerium für Wissenschaft und Kunst), die Stadtverordneten-Vorsteherin der Stadt Hanau – Frau Beate Funck, die mit weiteren ehrenamtlich tätigen Stadträten und Parlamentsmitgliedern erschienen war. Ebenfalls Vertreter der Hanauer Vereinswelt u.a. Rüdiger Arlt – Präsident der 175-jährigen Turngemeinde Hanau, Ute Peukert – Künstlerbund Simplicius Hanau, Peter Jurenda - Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in Hanau, Dr. Thomas Göbel – Förderkreis Kultur in Großauheim.

In seiner Laudatio grüßte Ingmar Jung im Namen des Ministerpäsidenten als Unterstützer des „Hessischen Löwen“. Er wies auf die Filmförderung des Landes hin und lobte die Filmakteure: sein Respekt galt von allem, was Filmamateure heute leisten und wie durch Idee, Konzeption und Fleiß ein guter Film entstehen kann.

Es folgte die Ansprache von Beate Funck, die im Namen des Hanauer Oberbürgermeisters Claus Kaminsky die Grüße überbrachte. Die Veranstaltung „Hessen film(t)“ gehört aus ihrer Sicht zu einem kulturellen Höhepunkt für die Stadt Hanau, die daher gerne Gastgeber ist. Sie erwähnt, dass die heutigen Nominierten aus 277 Minuten Filmmaterial ausgewählt wurden. Daher Glückwunsch für diese Leistung und an die nominierten Autoren. Beeindruckend für sie war die Vielfalt der Leistungen. Sie erwähnte, dass dies auch ein Sprungbrett für die Jugendarbeit sein könnte: „Denn sehen und gesehen werden ist heute wichtig - eine Förderung hin zum Profibereich. Sie freute sich schon auf die 4. Gala in zwei Jahren.

Rainer Drews (Stade) begrüßte als Moderator die Gäste und das Auswahlgremium, dass die besten Filme für die heutige Veranstaltung aus Filmen der Jahre 2011/12 mit „Gold“ oder „Silber“ – Medaillen prämierten Autoren auf Bundesebene ausgewählt hatte. Dies waren Roswitha Beulke, Herbert Du Bois, Helga Plank, Norbert Lippe und Klaus Schardt. Diese erhielten für ihre fleißige Tätigkeit ein kleines Präsent überreicht.

Danach interviewte Rainer Drews den Autor des 1. Films Robert BeckerDie Konzertwerkstatt“. Robert Becker begann seine „Filmerlaufbahn“ mit 24 Jahren. Er hat – wie er sagte - seit dem viel gelernt – im Filmclub, bei Wettbewerben – und sich immer verbessert.

Es erfolgte die Präsentation dieses Films. Für die Technik waren zuständig Peter Steiner (FFV-HU) und Dietmar Jakisch.

Die Laudatio zu diesem Film hielt Klaus Remer, Kulturbeauftragter der Stadt Hanau:

"Die „Dokumentation“ von Robert Becker (Offenbach) überzeugt durch eine gekonnte Mischung in der Darstellung von Landschaft, häuslicher Atmosphäre der Familie Theis und sehr schönen musikalischen Leistungen der vorgestellten Musiker. Die Freude an der Kammermusik bei den Musizierenden wird, von einer gelungenen Kameraführung sichtbar gemacht, getragen von den Kochkünsten des Gerhard Theis, aber vor allem durch die familiäre und befruchtende Atmosphäre bei den Proben und den sich anschließenden Konzerten, geschaffen und immer wieder erneuert von der musikbegeisterten Ingrid Theis, die die Otzberger Sommerkonzerte organisiert. Schön ist auch der Abspann des Films, der über die sich anschließenden musikalischen Karrieren der gezeigten Kammermusiker informiert."

Es wurde anschließend das Projekt „Jaroslawl“ in Rußland durch Klaus Remer vorgestellt. Er hatte diese Stadt erstmals 1992 besucht, seit dem regelmäßig. Er berichtete, dass die Erkrankung an TBC dort 100x größer sei als in Deutschland. Daher ist der Erlös der heutigen Veranstaltung für die Unterstützung des TBC-Kinderkrankenhauses durch den „Freundeskreises Jaroslawl“ Hanau - einem gemeinnützigen Verein - sehr willkommen!

Zum 2. Film „Unterwegs in Burma – Vom Doktor und den Elefanten“ von Chr. und Klaus Wilkerling wurden die Autoren wieder von Rainer Drews vorgestellt. Es folgte die Präsentation ihres Films.

Die Laudatio zu diesem Film hielt Selma Üsük, HR-Moderatorin:

"Die Reportage „Vom Doktor und den Elefanten“ hat das geschafft, was nicht viele Filme schaffen.  Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine abenteuerliche, emotionale Reise. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ist man als Zuschauer gefesselt und möchte den beeindruckenden Dschungel nicht wieder verlassen. Wie gern würde man sogar eingreifen und dem Arbeitselefanten helfen, im Dschungel nicht entdeckt zu werden. So traurig erscheint einem in dem Moment der Elefant, der regungslos mitten im dichten Dschungel steht. Und dann passiert das, was man nicht erwartet: Demütig beugt sich der tonnenschwere Elefant seinem Schicksal und schleppt Baumstämme. Dem Film gelingt es auf hervorragende Weise, auch die Nöte der Menschen in Burma näher zu bringen. Die Bilder der verzweifelten, jungen Mutter, die ihren Säugling aus Nahrungsmangel mit Kondensmilch ernährt, bleiben lange im Kopf. Und genau das macht eine gelungene Reportage aus, wenn die Bilder noch lange im Kopf herumschwirren!"

Zum 3. Film „Grelle Lichter zum Abgrund“ von Volker Preis konnte der Autor durch Rainer Drews nicht vorgestellt werden, da er wegen des 50-jährigem Jubiläums seines Filmclubs absagen mußte. Es folgte die Präsentation seines Films.

Die Laudatio zu diesem Film hielt Peter Zingler, Regisseur und Drehbuchautor:

"Nur sechs Minuten braucht der Autor um volle Lebensfreude und Glücksverheißung in wilden Bildern aus Las Vegas zu versprechen um sie gleichzeitig mit einem lakonischen Off-Text zu konterkarieren. Weder das Glück am Spieltisch, noch das aufs wilde Leben wird wahr. Der Mensch ist in der Masse der Glücksgierigen verloren und lässt sich verheizen, jeden Tag auf Neue. Doch die Hoffnung…."

Nach einer kurzen Pause und Verkauf der Lose für die Tombola folgte ein Film mit Dank an die vielen Sponsoren, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben.

Als Rückblick auf die Spendenaktion für Sri Lanka folgte der Film „Beruwala“. Der „unruhige“ Landrat a.D. Karl Eyerkaufer berichtete über den Erfolg seiner Aktion, Holzhäuser – wie das errichtete BDFA-Haus - für die Überlebenden des Tsunami 2004 durch Spenden zu errichten. Die von Christine und Klaus Wilkerling hergestellte Dokumentation wird von ihm seit über einem Jahr eingesetzt. Bei verschiedenen Veranstaltungen hält er Vorträge und sammelt Spenden. Er konnte inzwischen über 105 Holzhäuser den Bedürftigen übergeben.

Zum 4. Film „Mein Friseur und das MIM Projekt“ von Norbert Schnorr (FuVF Neu-Isenburg) wurden der Autor wieder von Rainer Drews vorgestellt. Er berichtete, dass in seinem Keller noch immer eine schöne HO-Eisenbahn verpackt im Keller steht. Mehrere Stunden vorhandenes Filmmaterial wurden genutzt, die über mehrere Jahre mit Akribie und Liebe zum Detail aufgenommen worden sind.

Es folgte die Präsentation seines Films.

Die Laudatio zu diesem Film hielt Peter Lückemeier, Ressort-Chef Rhein-Main der FAZ, der auch von Rainer Drews über seine Tätigkeit interviewt wurde:

"In seinem Film „Mein Frisör und das MIM-Projekt“ verfolgt Norbert Schnorr vier Jahre lang den maßstabgerechten Nachbau eines Bahnstreckenabschnitts von Schlüchtern in Richtung Frankfurt. In dieser frappierenden Fleißarbeit zeigtSchnorr, mit welcher Energie, Fachkenntnis und ernsthaft-kindlicher Begeisterung die ausnahmslos männlichen Hobbyeisenbahner vorgehen. Der Fleiß der Akteure spiegelt sich wider in Schnorrs langem Atem als Filmemacher. Man kommt beim Betrachten dieses Films aus dem Staunen nicht heraus."

Zum 5. Film „Pole Position“ von Rüdiger Schnorr (FuVF Neu-Isenburg) wurden der Autor wieder von Rainer Drews vorgestellt. Über 8 Std. Filmmaterial seit der Geburt seiner Tochter wurden genutzt, die über mehrere Jahre die Entwicklung des Kindes zeigten und dann zum „Rennfahrer“ wurde..

Die Laudatio zu diesem Film hielt Renate Mann, Künstlervereinigung Hanau Pupille, die auch von Rainer Drews über ihre Aktivitäten interviewt wurde:

"Dem Autor gelingt es, sich anhand einer individuellen Familiengeschichte mit Witz und ironischem Blick auf das politisch korrekte Gender-Mainstreaming einzulassen, ohne jedoch die "Staatsgewalt" zu diffamieren. Eine ruhige Kameraführung korrespondiert mit gelungenen Sequenzen auf zwei Spielebenen und mit unaufgeregten Darstellern, die wie ein roter Faden den Spannungsbogen aufbauen und halten. Erst ganz zum Schluss verdichten sich die unterschiedlichsten Hinweise auf den Titel des Films zu einem überraschenden Show-down. Mit einer einfachen List führt die Pole Position zum Sieg, der nur ein Ziel hat: Spaß am Fahren."

Nach dem letzten Film berichtete Christine Wilkerling über das erzielte Ergebnis der Tombola. Insgesamt wurden 754,- Euro erzielt, die für die Spendenaktion von ihr an Herrn Remer übergeben werden konnten. Die Ziehung der Gewinner der Tombola erfolgte mit der Lottofee Caroline Schnorr. Sie zog die Lose aus einem Topf und las sie ziffernweise vor. Dieses hatte sie mit ihrem Papa (Rüdiger Schnorr) vorher trainiert..

Danach erfolgte mit einer Hymne die Verkündigung der Preise für die Hessischen Löwen:

Den 3. Preis erhielt Robert Becker (FC-Offenbach) für seinen Film „Die Konzertwerkstatt“

Den 2. Preis erhielten Christine und Klaus Wilkerling (FFVC-Hanau) für ihren Film „Unterwegs in Burma“

Den 1. Preis erhielt Rüdiger Schnorr (FC-Neu-Isenburg) für seinen Film „Pole Position“

Allen Preisträgern an dieser Stelle unseren herzlichen Glückwunsch