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Bericht vom Regionalen Filmfestival in Kreuztal-Ferndorf


von Rüdiger Schnorr, Neu-Isenburg

Die Filme für die Hessischen Autoren-Filmfestspiele stehen fest! 

Der Filmtag in Kreuztal-Ferndorf war - nach der Veranstaltung in Hanau letzte Woche - das zweite regionale Filmfestival in diesem Frühjahr.

Damit ist die erste „Runde“ vollständig und alle in Hessen gemeldeten Filme wurden von Juroren bewertet. Am 15. März in Offenbach steht dann die hessische Entscheidung an, mit all den jetzt weitergemeldeten Filmen.



Foto: Doris Krah

Kreuztal-Ferndorf war wie auch Hanau schon mehrfach Veranstaltungsort eines „Regionalen“. Und so engagierte sich auch diesmal der Film- und Video-Club Siegerland routiniert und reibungslos, sowohl in technischer Hinsicht als auch kulinarisch.

Für die passenden Rahmenbedingungen war also wieder gesorgt. Autoren und Juroren konnten sich gleichermaßen gespannt auf die Filme freuen.



Doch bevor die Projektion gestartet wurde, übergab Clubleiter Hans-Peter Gebhardt das Wort an den Landesverbandsvorsitzenden Norbert Lippe. Zwei ganz besondere Anlässe wollten noch gewürdigt werden: 40 Jahre Mitgliedschaft im BDFA sind mit Sicherheit eine außergewöhnliche Treue zum Hobby und zum Verein. Und Helmut Drabe vom FVC Siegerland kann genau dieses Jubiläum in diesem Jahr feiern. 



Aber diese runde Zahl ließ sich noch steigern durch eine zweite: Harald Frank, 30 Jahre lang Vorsitzender des FVC Siegerland, war 1964 in den BDFA eingetreten und ist damit 50 Jahre Mitglied. Dafür und für seinen Einsatz für Verein und Verband wurde er nun vom BDFA-Präsidenten mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet, überreicht von Norbert Lippe.


Im Mittelpunkt standen danach aber die neuen Filme dieses Wettbewerbes. Von der Jury unter der Leitung von Dr. Stephan Vogel wurden diskutiert und bewertet:

 11 Filme, darunter 8 vom FVC Siegerland.

Gesamtlaufzeit: 150 Minuten

Die Jury vergab

5 erste Preise

2 zweite Preise

4 dritte Preise

 7 Filme wurden weitergemeldet (104 Minuten)

 Einige Filme dieses „Regionalen“ (wie immer eine subjektive Auswahl) kurz vorgestellt:

 „Alexander Lacey, Dompteur“ ist eine intensive 30 minütige Reportage von Robert Becker, die über mehrere Jahre hinweg entstanden ist und unterschiedliche Facetten beleuchtet. Vom Training der Löwen und Tiger über die Lebensgeschichte des Dompteurs bis zum Tierschutz. Beeindruckende Aufnahmen ganz nah an den Tieren, ein interessanter Protagonist und ein gekonnter Schnitt lassen mit Sicherheit keine Langeweile aufkommen.

„Am Anfang war das Korn“ von Karl Fischer beschreibt mit stimmungsvollen Aufnahmen und unterstützt durch Originalton von alten Handwerksmeistern den Weg vom Korn zum Brot mit historischer Technik. Der Zuschauer kann am Ende das frische Brot fast schmecken und bekommt richtig Appetit – was in Kreuztal kurz vor dem Mittagessen sehr passend war.

Nicht weitergemeldet aber trotzdem eindrucksvoll war „Der Yangtze im Wandel“, ein Reisebericht von Claus Weinreich. Der Bau der riesigen Staumauer, der Abriss von tausenden von Gebäuden und das Schicksal der Menschen, die ihre Heimat an den Stausee verlieren, hat Zuschauer wie auch Jury beschäftigt. Inzwischen ist die Landschaft überflutet. Aber die Bilder, einige Zeit vor der Flutung entstanden, bleiben im Gedächtnis.

In Anbetracht der hohen Zahl von ersten Preisen gab es am Ende der Veranstaltung einigen Gesprächsstoff. Der Vergleich zum Wettbewerb in Hanau lag natürlich nahe. Doch ob das Niveau in Kreuztal-Ferndorf höher oder die Jury „gnädiger“ war, kann jeder Zuschauer am 15. März in Offenbach selbst entscheiden. Und natürlich die dortigen Juroren. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!